Erklärvideo erstellen: Ablauf, Storyboard, Sprecher und Kosten

Ein Erklärvideo erstellst du in sieben Schritten: Ziel und Zielgruppe festlegen, Skript schreiben, Storyboard skizzieren, Stil wählen, Sprechertext aufnehmen, animieren oder drehen und zum Schluss schneiden und vertonen. Die meisten Erklärvideos dauern ein bis drei Minuten. Für einfache Videos reicht schon PowerPoint.

Kurz zusammengefasst

Erklärvideos folgen meist dem Aufbau Problem, Lösung, Funktionsweise, Zusammenfassung und Handlungsaufforderung. Das Skript entscheidet über die Qualität mehr als die Technik. Ein Storyboard legt fest, was in jeder Szene zu sehen und zu hören ist. Ob du selbst produzierst oder eine Agentur beauftragst, hängt von Anspruch, Stil und Budget ab; die Kosten richten sich nach Länge, Stil, Sprecher, Musik und Nutzungsrechten.

Was ist ein Erklärvideo?

Ein Erklärvideo ist ein kurzer Film, der zeigt, wie etwas funktioniert oder wie man etwas macht. Unternehmen nutzen Erklärvideos, um Produkte, Dienstleistungen oder Abläufe in wenigen Minuten verständlich zu machen, etwa auf der Startseite, in Social Media oder im Kundenservice. Wo Erklärfilme sonst eingesetzt werden, zeigt der Beitrag Erklärfilme – Wo sie eingesetzt werden.

In der Umfrage „Video Marketing Statistics 2026“ des britischen Videoanbieters Wyzowl gaben 96 Prozent der Befragten an, schon einmal ein Erklärvideo angesehen zu haben, um mehr über ein Produkt oder eine Dienstleistung zu erfahren. 63 Prozent würden sich ein Angebot am liebsten mit einem kurzen Video erklären lassen. Befragt wurden Ende 2025 nur 266 Personen, und Wyzowl produziert selbst Erklärvideos. Die Werte sind deshalb ein Stimmungsbild, kein repräsentatives Ergebnis.

Wie lang sollte ein Erklärvideo sein?

Die meisten Erklärvideos dauern ein bis drei Minuten. Für die Startseite oder Social Media eignet sich das untere Ende, für Anleitungen und Schulungen darf es länger sein, solange jede Szene einen eigenen Gedanken transportiert.

Die Länge ergibt sich aus dem Skript, nicht umgekehrt. Lies den Text mit Stoppuhr laut vor und plane Pausen für Bildwechsel ein. Ist das Video zu lang, streiche ganze Gedanken statt schneller zu sprechen.

Erklärvideo erstellen in sieben Schritten

  1. Ziel und Zielgruppe festlegen: Was sollen Zuschauer nach dem Video wissen oder tun? Wer schaut zu, und welche Vorkenntnisse hat diese Person?
  2. Skript schreiben: Formuliere den Sprechertext in kurzen Sätzen und in der Sprache der Zielgruppe. Ein Gedanke pro Szene.
  3. Storyboard skizzieren: Lege für jede Szene fest, was zu sehen und zu hören ist. Strichmännchen genügen.
  4. Stil wählen: Legetechnik, Zeichentrick, Realfilm, 3D oder Bildschirmaufnahme. Der Stil bestimmt Aufwand und Werkzeuge.
  5. Sprechertext und Ton aufnehmen: Zuerst den Sprechertext, dann passen sich Bilder und Schnitt an das Timing der Stimme an.
  6. Animieren oder drehen: Szenen nach Storyboard umsetzen, bei Realfilm mit Drehplan, Drehort und Requisiten.
  7. Schneiden, vertonen, veröffentlichen: Musik und Geräusche anlegen, Untertitel ergänzen, das Video im passenden Format exportieren und mit einem klaren Titel hochladen.

Das eingebettete Video von WorkshopHelden zeigt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung aus dem Jahr 2021.

Wie ist ein Erklärvideo aufgebaut?

Ein klassisches Erklärvideo folgt fünf Phasen: Es zeigt ein Problem, stellt eine Lösung vor, erklärt deren Funktionsweise, fasst den Nutzen zusammen und endet mit einer Handlungsaufforderung. Diese Dramaturgie beschreibt auch die deutschsprachige Wikipedia.

Phase Inhalt Leitfrage fürs Skript
1. Problem Eine typische Situation der Zielgruppe, bisherige Lösungen reichen nicht Wo hakt es heute?
2. Lösung Das Angebot wird eingeführt, oft in einem Satz Was ist neu?
3. Funktionsweise Wie das Angebot im Detail funktioniert Wie läuft es ab?
4. Zusammenfassung Problem und Lösung werden verbunden, der Nutzen gezeigt Was hat die Person davon?
5. Handlungsaufforderung Website besuchen, bestellen, Termin vereinbaren Was soll als Nächstes passieren?

Wie schreibt man ein Skript für ein Erklärvideo?

Ein gutes Skript für ein Erklärvideo ist kurz, gesprochen statt geschrieben und auf eine einzige Kernbotschaft ausgerichtet. Die ersten Sätze holen das Problem der Zuschauer ab, der letzte Satz sagt klar, was sie als Nächstes tun sollen.

  • Schreib so, wie du sprichst: kurze Sätze, aktive Verben, keine Schachtelsätze.
  • Vermeide Fachbegriffe, die deine Zielgruppe nicht kennt, oder erkläre sie im Bild.
  • Bild und Text sollen sich ergänzen, nicht doppeln: Was zu sehen ist, muss nicht gesagt werden.
  • Lies das Skript laut vor und lass es von jemandem aus der Zielgruppe gegenlesen.

Wie erstellt man ein Storyboard?

Ein Storyboard ist eine Tabelle oder Bildfolge, die für jede Szene festhält, was zu sehen ist, welcher Text gesprochen wird, welche Geräusche oder Musik laufen und wie lange die Szene dauert. Es dient als Bauplan für Animation, Dreh und Schnitt.

Szene Bild Sprechertext Ton und Musik Dauer
1 Figur sucht am Schreibtisch nach Unterlagen Problem in einem Satz leise Musik beginnt ca. 5 s
2 Logo oder Produkt erscheint Lösung in einem Satz Akzentton ca. 4 s
3 Ablauf in drei Bildern So funktioniert es Musik läuft weiter ca. 15 s
4 Website-Adresse und Schaltfläche Handlungsaufforderung Musik endet ca. 5 s

Die Dauer in der Tabelle ist ein Beispiel. Trag die Zeiten erst ein, wenn der Sprechertext steht und du ihn einmal laut gelesen hast.

Skizzierte Szenen auf Haftnotizen auf einem dunklen Tisch
Ein Storyboard muss nicht schön sein: Skizzen je Szene reichen für die Planung

Welcher Stil passt zu deinem Erklärvideo?

Der passende Stil hängt davon ab, was du zeigen willst: Abstrakte Zusammenhänge lassen sich gut mit Legetechnik oder Zeichentrick erklären, echte Produkte und Menschen besser im Realfilm, Software am besten mit einer Bildschirmaufnahme.

Stil Wie es aussieht Gut geeignet für
Legetechnik Ausgeschnittene Bilder und Begriffe werden ins Bild geschoben Begriffe, Abläufe, Schulungen
2D-Animation Gezeichnete Figuren und Szenen in Bewegung Produkte, Dienstleistungen, Geschichten mit Figuren
Zeichnung im Video Eine Hand zeichnet die Inhalte live Zusammenhänge Schritt für Schritt
Realfilm Gefilmte Menschen, Orte, Produkte Vertrauen, echte Abläufe, Team
3D-Animation Räumliche Modelle Technik, Maschinen, Bauprojekte
Bildschirmaufnahme Aufzeichnung des Bildschirms mit Kommentar Software, Apps, Online-Formulare

Animationen können Dinge zeigen, die sich nicht filmen lassen, zum Beispiel Abläufe im Inneren einer Maschine oder einen Datenfluss.

Erklärvideo - Nutze Animationen

Wer spricht das Erklärvideo?

Für den Sprechertext hast du drei Möglichkeiten: Du sprichst selbst, du buchst eine professionelle Sprecherin oder einen Sprecher, oder du nutzt eine synthetische KI-Stimme. Die eigene Stimme wirkt persönlich, ein Profi klingt gleichmäßiger, eine KI-Stimme ist schnell geändert.

Wer selbst aufnimmt, braucht vor allem einen ruhigen Raum mit Teppich, Vorhängen oder Möbeln, die Hall schlucken, und einen gleichmäßigen Abstand zum Mikrofon. Mach eine Probeaufnahme und hör sie mit Kopfhörern ab. Wie man ohne Ausbildung an Sprecheraufträge kommt, beschreibt Synchronsprecher werden ohne Ausbildung. Für Musik gilt: Nur Titel verwenden, deren Lizenz die geplante Nutzung erlaubt, auch auf YouTube und in Werbung.

Kondensatormikrofon mit Spinne für eine Sprachaufnahme
Für den Sprechertext zählt ein ruhiger Raum mehr als teure Technik

Kann man ein Erklärvideo mit PowerPoint erstellen?

Ja. PowerPoint kann eine Präsentation samt aufgezeichnetem Sprechertext und Zeitsteuerung als Video speichern. Laut Microsoft geht das in PowerPoint für Microsoft 365 sowie in den Versionen 2024, 2021, 2019 und 2016 über „Datei“, „Exportieren“, „Video erstellen“ oder über die Registerkarte „Aufzeichnung“.

  • Formate: MPEG-4-Video (.mp4) oder Windows Media Video (.wmv).
  • Qualität: Standard (480p), HD (720p), Full HD (1080p) oder Ultra HD (4K, 3840 × 2160 Pixel, unter Windows 10 oder neuer).
  • Ohne aufgezeichnete Zeiten zeigt PowerPoint jede Folie standardmäßig 5 Sekunden lang; der Wert lässt sich ändern.

Für ein Erklärvideo nimmst du am besten pro Folie eine Szene aus dem Storyboard, sprichst den Text direkt in PowerPoint ein und nutzt Animationen sparsam.

Selbst erstellen oder produzieren lassen?

Selbst erstellen lohnt sich für interne Schulungen, Software-Anleitungen und einfache Erklärungen. Eine Produktion durch Agentur oder Studio lohnt sich, wenn das Video werben soll, mehrere Sprachfassungen braucht oder ein eigener Zeichenstil entstehen soll.

Die Kosten eines produzierten Erklärvideos hängen vor allem von diesen Faktoren ab:

Kostenfaktor Warum er den Preis beeinflusst
Länge Jede Sekunde muss gezeichnet, animiert oder gedreht werden
Stil Legetechnik ist meist weniger aufwendig als individuelle 2D- oder 3D-Animation
Skript und Konzept Ob du den Text lieferst oder die Agentur ihn entwickelt
Sprecher und Musik Gage und Lizenz richten sich oft nach Nutzungsart und Dauer
Korrekturschleifen Jede zusätzliche Runde kostet Zeit
Nutzungsrechte und Sprachversionen Werbung, Gebiet, Dauer und weitere Sprachen erweitern den Umfang

Hol mehrere Angebote auf Basis desselben Briefings ein. Worauf du bei Agenturen, Honorarmodellen und Nutzungsrechten achtest, steht im Ratgeber Werbeagentur finden: Leistungen, Kosten und Auswahl.

Einschätzung der Redaktion

Die meisten schwachen Erklärvideos scheitern nicht an der Animation, sondern am Skript: zu viele Botschaften, zu viel Text, keine klare Handlungsaufforderung. Wer zuerst Skript und Storyboard fertigstellt und erst dann über Stil und Software entscheidet, spart Korrekturschleifen, egal ob in PowerPoint oder mit einer Agentur.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten Erklärvideos dauern ein bis drei Minuten.
  • Aufbau: Problem, Lösung, Funktionsweise, Zusammenfassung, Handlungsaufforderung.
  • Erst Skript und Storyboard, dann Stil und Werkzeug wählen.
  • PowerPoint exportiert Präsentationen samt Sprechertext als MP4, bis 4K.
  • Kosten hängen von Länge, Stil, Sprecher, Musik und Nutzungsrechten ab.

Häufige Fragen zum Erklärvideo

Kann ich ein Erklärvideo kostenlos erstellen?

Wenn du PowerPoint bereits nutzt, entstehen für ein einfaches Erklärvideo keine zusätzlichen Softwarekosten. Musik, Bilder und Stimmen musst du trotzdem lizenzieren oder selbst erstellen. Prüfe bei kostenlosen Online-Programmen, ob die Gratisversion ein Wasserzeichen setzt oder die Nutzung einschränkt.

Was gehört in ein Storyboard?

Für jede Szene: eine Skizze oder Beschreibung des Bildes, der Sprechertext, Ton und Musik sowie die geplante Dauer. Eine Tabelle mit diesen Spalten reicht für die meisten Projekte.

Darf ich Musik aus dem Internet verwenden?

Nur, wenn die Lizenz die geplante Nutzung abdeckt. „Lizenzfrei“ heißt meist, dass einmal bezahlt oder unter bestimmten Bedingungen kostenlos genutzt werden darf, nicht, dass es keine Bedingungen gibt. Lies die Lizenz vor dem Einsatz in Werbung oder auf YouTube.

Brauche ich Untertitel?

Untertitel helfen allen, die ohne Ton schauen, und machen das Video für Menschen mit Hörbeeinträchtigung zugänglich. Auf vielen Plattformen lassen sie sich als eigene Datei hochladen.

Worin unterscheiden sich Erklärvideo und Erklärfilm?

Die Begriffe werden meist gleichbedeutend verwendet. Erklärfilm klingt etwas aufwendiger, gemeint ist in der Regel dasselbe kurze Video, das ein Thema verständlich erklärt.

Quellen

Stand: 29. Oktober 2026.

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