Von Redaktion Media-Studio · veröffentlicht am 5. November 2026
Ein Storyboard ist eine gezeichnete Bildfolge, die jede Einstellung eines Videos vor dem Dreh festlegt: Bild, Kamera, Text, Ton und Dauer. Mit der Vorlage unten planst du ein Unternehmensvideo Szene für Szene und klärst Fragen, bevor Drehtage Geld kosten.
Eine Storyboard-Vorlage braucht fünf Spalten: Szene, Bild, Sprechertext, Ton/Musik und Dauer. In die Bildspalte kommt eine einfache Skizze mit Einstellungsgröße und Kamerabewegung. Strichmännchen reichen. Lege vorher das Format fest (16:9 für Website und YouTube, hochkant für Shorts und Reels), lies den Sprechertext laut mit Stoppuhr und hol Feedback ein, bevor gedreht wird. Für den Dreh selbst ergänzt eine Shotlist das Storyboard.
Was ist ein Storyboard und wofür brauchst du es?
Ein Storyboard ist eine zeichnerische Abfolge von Bildern, die eine Filmsequenz vorbereitet. So definiert es das Schülerlexikon von Duden Learnattack. Kameraperspektive und Abstand werden vorab festgelegt, jede Änderung, etwa eine neue Einstellung, bekommt ein eigenes Bild.
Neben den Skizzen enthält ein Storyboard oft Regieanweisungen und den Text, der gesprochen wird. Die Deutsche Kinemathek beschreibt das Storyboard als filmisches Arbeitsmittel zwischen künstlerischem Entwurf und technischer Zeichnung, mit dem sich die Erzählung eines Films vor dem Dreh überprüfen und überarbeiten lässt. Der Begriff stammt laut Kinemathek wahrscheinlich aus den Walt Disney Studios, wo Zeichnungen an eine Korktafel, das „Board“, geheftet wurden.
Für Unternehmensvideos ist das Storyboard vor allem ein Abstimmungswerkzeug. Geschäftsführung, Marketing, Agentur und Kamerateam sehen dasselbe Bild, bevor jemand ein Licht aufbaut. Änderungswünsche kosten auf dem Papier ein paar Minuten, nach dem Dreh oft einen weiteren Drehtag. Wie das Storyboard in den Gesamtablauf einer Produktion passt, zeigt der Beitrag Erklärvideo erstellen: Ablauf, Storyboard, Sprecher und Kosten.
Was gehört in eine Storyboard-Vorlage?
Eine brauchbare Storyboard-Vorlage hat fünf Spalten: Szenennummer, Bild mit Skizze und Kameraangaben, Sprechertext oder Dialog, Ton und Musik sowie die geplante Dauer. Im Kopf stehen Projektname, Format, Gesamtlänge, Version und Datum, damit alle mit derselben Fassung arbeiten.
Diese Vorlage der Redaktion kannst du direkt in ein Dokument oder eine Tabellenkalkulation übernehmen. Jede Zeile ist eine Einstellung. Wechselt die Kamera, der Ort oder die Person im Bild, beginnt eine neue Zeile.
| Szene | Bild | Sprechertext | Ton/Musik | Dauer |
|---|---|---|---|---|
| Nummer, z. B. 1, 2, 2a | Skizze oder Referenzfoto; Einstellungsgröße (z. B. Totale, Nah, Detail); Kamerabewegung als Pfeil (Schwenk, Fahrt, Zoom); Ort und Personen | Wörtlicher Text der Off-Stimme oder Dialog; Einblendungen (Name, Bauchbinde, Untertitel) gesondert markieren | Musik (Einsatz, Stimmung, Lautstärke), Geräusche, Originalton | Geplante Länge in Sekunden |
| … | … | … | … | … |
Lieber auf Papier? Die Storyboard-Vorlage als PDF hat acht Felder im Format 16:9 auf zwei Seiten A4 quer und lässt sich ausdrucken und von Hand ausfüllen.
Für die Bildspalte helfen einheitliche Begriffe für die Einstellungsgrößen. Die folgende Übersicht folgt den Technik-Tipps der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) aus dem Projekt „Medien und Vielfalt“.
| Einstellungsgröße | Was zu sehen ist | Typischer Einsatz im Unternehmensvideo |
|---|---|---|
| Weit (Supertotale) | Meist Landschaft, Personen sehr klein | Standort, Stadt, Firmengelände von außen |
| Totale | Personen größer, aber noch nebensächlich | Werkhalle, Büro, Überblick über den Raum |
| Halbtotale | Personen von Kopf bis Fuß | Team bei der Arbeit, Begrüßung |
| Amerikanisch | Kopf bis etwa Mitte Oberschenkel | Person im Gespräch, Gehen und Sprechen |
| Halbnah | Kopf bis Unterkörper | Interview mit Arbeitsplatz im Hintergrund |
| Nah | Kopf bis Brust | Klassisches Statement, Interview |
| Groß | Nur der Kopf | Emotionale Aussage, Reaktion |
| Detail | Kleiner Ausschnitt, z. B. Hand oder Gegenstand | Produkt, Werkzeug, Handgriff |
Die Deutsche Filmakademie weist in ihrem Arbeitsblatt zu Kamera und Licht darauf hin, dass diese Begriffe Richtwerte sind, die vor allem der Verständigung im Team dienen. Wichtig ist, dass alle Beteiligten dieselben Wörter für dasselbe Bild verwenden.

Wie erstellst du ein Storyboard Schritt für Schritt?
Du startest mit Ziel, Zielgruppe und Format, schreibst dann den Sprechertext, teilst ihn in Einstellungen auf und skizzierst jede Einstellung grob. Danach prüfst du die Dauer, holst Feedback ein und gibst eine Fassung frei, die beim Dreh gilt.
- Ziel und Format festlegen: Wofür ist das Video, wer sieht es, wo läuft es? Für Website und YouTube ist das Querformat 16:9 üblich. Für YouTube Shorts verlangt die YouTube-Hilfe ein quadratisches oder vertikales Seitenverhältnis und eine Länge von bis zu drei Minuten. Plane das Format von Anfang an, denn ein Querformat-Bild lässt sich nicht ohne Verlust hochkant schneiden.
- Text oder Ablauf schreiben: Erst kommt die Geschichte, dann das Bild. Schreib den Sprechertext oder die Abfolge der Interviewaussagen in einfachen, kurzen Sätzen.
- In Einstellungen teilen: Markiere im Text, wo ein neues Bild beginnt. Jede Markierung wird eine Zeile in der Vorlage.
- Grob skizzieren: Das Storyboard-Merkblatt des Department of Film and Media Studies am Dartmouth College rät zu einfachen Formen, Strichmännchen und schlichten Hintergründen und nur wenigen Minuten pro Bild. Fotos vom Drehort oder ausgeschnittene Bilder gehen ebenso.
- Kamera und Ton eintragen: Einstellungsgröße, Perspektive (von oben, auf Augenhöhe, von unten) und Bewegung (Schwenk, Neigung, Zoom) als Pfeil. Daneben Musik, Geräusche und Originalton.
- Dauer prüfen: Lies den Sprechertext laut in ruhigem Tempo und stoppe die Zeit je Szene. Die Summe muss zur geplanten Gesamtlänge passen.
- Feedback und Freigabe: Dartmouth empfiehlt, das Storyboard vor der Umsetzung zu zeigen und zu überarbeiten, statt später den Kurs zu ändern. Beschrifte jede Fassung mit Version und Datum.
Schreib jede Einstellung auf eine eigene Karteikarte oder einen Haftzettel. So kannst du die Reihenfolge am Tisch umstellen, bevor du die Vorlage final ausfüllst. Dieses Vorgehen nennt auch das Dartmouth-Merkblatt. Für die Dauer gilt: Nicht schätzen, sondern den Text laut mit Stoppuhr lesen. Wer einen professionellen Sprecher bucht, gibt ihm das Storyboard mit, damit Betonung und Pausen zum Bild passen. Wie Sprecherinnen und Sprecher arbeiten, beschreibt der Beitrag Synchronsprecher werden ohne Ausbildung: Wege, Training und erste Aufträge.
Wie sieht ein Storyboard-Beispiel für ein Unternehmensvideo aus?
Das folgende Beispiel zeigt ein ausgefülltes Storyboard für ein 60 Sekunden langes Recruiting-Video eines fiktiven Tischlereibetriebs. Es hat sechs Szenen im Querformat 16:9 und folgt dem Muster Einstieg, Arbeitsalltag, Team, Angebot und Aufforderung zur Bewerbung.
| Szene | Bild | Sprechertext | Ton/Musik | Dauer |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Weit: Werkstatt von außen am Morgen, Tor öffnet sich; langsamer Schwenk nach rechts | – | Ruhige Musik setzt ein, Atmo Vogelgezwitscher | 5 s |
| 2 | Detail: Hände setzen einen Hobel an, Späne fliegen | „Bei uns entsteht jeden Tag etwas, das bleibt.“ | Originalton Hobel, Musik leiser | 6 s |
| 3 | Halbtotale: zwei Mitarbeitende tragen eine Tischplatte durch die Halle | „Wir sind ein Team aus zwölf Leuten und suchen Verstärkung.“ | Musik | 8 s |
| 4 | Nah: Lehrling spricht in die Kamera, Werkbank unscharf im Hintergrund | Interview-Ausschnitt: Was ihr an der Arbeit gefällt (Originalton) | Originalton, Musik sehr leise | 20 s |
| 5 | Halbnah: Meister zeigt einem Lehrling einen Handgriff; langsame Kamerafahrt | „Du lernst bei uns von Anfang an am echten Stück.“ | Musik wird lauter | 11 s |
| 6 | Totale: Team vor der Werkstatt, Einblendung Website und Kontakt | „Bewirb dich jetzt, alle Infos findest du auf unserer Website.“ | Musik endet | 10 s |
Die Summe der Szenen ergibt 60 Sekunden. Szene 4 ist bewusst offen formuliert, weil Interviewaussagen erst beim Dreh entstehen. Im Storyboard steht dann die Frage und die geplante Länge, nicht der Wortlaut. Für ein Erklärvideo mit Animation ist der Sprechertext dagegen vor dem Zeichnen fertig. Wo sich Erklärfilme in Unternehmen einsetzen lassen, zeigt der Beitrag Erklärfilme – Wo sie eingesetzt werden.

Storyboard, Shotlist oder Drehbuch: Was ist der Unterschied?
Das Drehbuch erzählt die Geschichte in Text, das Storyboard übersetzt sie in Bilder, die Shotlist listet die zu drehenden Einstellungen mit technischen Details für das Team. Für kurze Unternehmensvideos reicht oft ein Storyboard mit Sprechertext, ergänzt um eine Shotlist für den Drehtag.
| Dokument | Inhalt | Wer arbeitet damit? |
|---|---|---|
| Drehbuch oder Skript | Handlung, Dialoge, Sprechertext als Text | Auftraggeber, Regie, Sprecher |
| Storyboard | Bildfolge mit Skizzen, Einstellung, Text, Ton und Dauer | Regie, Kamera, Auftraggeber zur Freigabe |
| Shotlist | Liste aller Einstellungen mit Kamerawinkel, Bewegung, Objektiv und Licht | Kamera- und Lichtteam am Drehtag |
Der Filmplanungsanbieter StudioBinder beschreibt die Shotlist als schnell änderbare Referenz für die Crew, die tiefer in technische Details wie Objektive und Licht geht. Das Storyboard vermittelt dagegen die Bildidee und ist aufwendiger zu ändern. Beide lassen sich in derselben Produktion nutzen. Für die Shotlist sortierst du die Einstellungen meist nach Drehort statt nach Erzählreihenfolge, damit das Team nicht mehrfach umbaut. Weitere Tipps zur Planung am Set liefert der Beitrag 5 essenzielle Tipps für professionelle Videoproduktion, für Kanalvideos der Beitrag Wie man erfolgreiche Youtube-Videos produziert.

Solltest du das Storyboard selbst machen oder an eine Agentur geben?
Für einfache Videos mit Interviews und Arbeitsszenen kannst du das Storyboard selbst entwerfen, weil du Abläufe und Orte im Betrieb am besten kennst. Bei Animation, Werbespots oder aufwendigen Drehs übernimmt meist die Produktionsfirma oder Agentur das Storyboard und legt es zur Freigabe vor.
Auch wenn eine Agentur zeichnet, lohnt sich ein eigener Entwurf: Er macht dein Briefing konkreter und zeigt früh, ob die Vorstellungen zusammenpassen. Kläre im Angebot, wie viele Korrekturschleifen für das Storyboard enthalten sind und ab wann Änderungen zusätzlich kosten. Worauf du bei der Auswahl eines Dienstleisters achten solltest, erklärt der Ratgeber Werbeagentur finden: Leistungen, Kosten und Auswahl.
- Ein Storyboard legt jede Einstellung vor dem Dreh fest: Bild, Kamera, Text, Ton, Dauer.
- Die Vorlage braucht fünf Spalten: Szene, Bild, Sprechertext, Ton/Musik, Dauer.
- Einfache Skizzen reichen, entscheidend sind Einstellungsgröße und Kamerabewegung.
- Format früh festlegen: 16:9 für Website und YouTube, quadratisch oder hochkant für Shorts.
- Dauer laut lesend stoppen, Fassungen mit Version und Datum freigeben.
Häufige Fragen zur Storyboard-Vorlage
Muss ich für ein Storyboard zeichnen können?
Nein. Das Storyboard-Merkblatt des Dartmouth College empfiehlt einfache Formen, Strichmännchen und schlichte Hintergründe. Statt Zeichnungen kannst du auch Fotos vom Drehort oder Referenzbilder verwenden. Wichtig ist, dass Bildausschnitt und Bewegung klar erkennbar sind.
Wie viele Szenen hat ein Storyboard für ein 60-Sekunden-Video?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Sie hängt vom Schnitttempo ab. Das ruhig geschnittene Beispiel oben kommt mit sechs Szenen aus, ein schnell geschnittener Clip für Social Media braucht deutlich mehr. Entscheidend ist, dass jede neue Einstellung eine eigene Zeile bekommt.
Welches Format sollte die Bildspalte haben?
Das Format des fertigen Videos. Für Website, Präsentation und klassische YouTube-Videos ist das 16:9-Querformat üblich. Für YouTube Shorts nennt die YouTube-Hilfe ein quadratisches oder vertikales Seitenverhältnis. Zeichnest du im falschen Format, stimmt später der Bildausschnitt nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Storyboard und Animatic?
Ein Animatic ist ein Storyboard, das als Video abläuft: Die Skizzen werden in der geplanten Dauer hintereinander geschnitten, oft mit vorläufigem Sprechertext und Musik. So lässt sich das Timing prüfen, bevor animiert oder gedreht wird.
Quellen
- Storyboard · Lernhelfer Schülerlexikon, Duden Learnattack GmbH · abgerufen am 05.11.2026
- Zwischen Film und Kunst. Storyboards von Hitchcock bis Spielberg · Deutsche Kinemathek · Ausstellung 2011, abgerufen am 05.11.2026
- Storyboards · Department of Film and Media Studies, Dartmouth College · abgerufen am 05.11.2026
- Technik-Tipps 2.2: Einstellungsgrößen und Perspektiven · GMK e. V., Projekt Medien und Vielfalt · Stand 2019, abgerufen am 05.11.2026
- Das objektive Auge: Wie Kamera und Licht einen Film visualisieren · Deutsche Filmakademie mit bpb und Vision Kino · Stand 2008, abgerufen am 05.11.2026
- YouTube Shorts hochladen · YouTube-Hilfe, Google · abgerufen am 05.11.2026
- Shot List vs Storyboard · StudioBinder · veröffentlicht 15.12.2024, abgerufen am 05.11.2026
Stand: 5. November 2026.
